Stärken kennen – Stärken nutzen

ProfilPASS-Beratung

Zum ProfilPASS-System gehört eine professionelle Beratung, basierend auf einem Beratungskonzept mit Beratungsverständnis, theoretischen Grundannahmen,  didaktischen Prinzipien und einem System der Qualitätssicherung.

Didaktisch und methodisch geschulte ProfilPASS-Berater/innen setzen bei den Nutzenden Reflexions- und Erkenntnisprozesse in Bewegung, die in „Eigenregie“ nur begrenzt entstehen können. Zentrale Aufgabe der ProfilPASS-Berater/innen ist es, die Nutzenden sowohl bei der Identifizierung ihrer Aktivitäten als auch bei der systematischen Ableitung von Kompetenzen zu unterstützen. (Weitere Informationen zum Methodischen Vorgehen finden Sie unten.)

Auf der Grundlage einer ressourcenorientierten Perspektive regen die Berater/innen den Reflexionsprozess immer wieder aufs Neue an und tragen somit dazu bei, weniger beachtete oder sogar unbekannte Kompetenzen aufzudecken.

Basierend auf der Philosophie des ProfilPASS orientiert sich die ProfilPASS-Beratung an folgenden Leitlinien:

  • Teilnehmerorientierung
  • Selbststeuerung
  • Verfahrenstransparenz
  • Biografiebezug
  • Kompetenzorientierung
  • Reflexionsorientierung
  • Lerninteressenorientierung
  • Sicherung lern- und lebensbiographischer Kontinuität

Der ProfilPASS kann in vielfältigen Zusammenhängen und mit unterschiedlichen Zielgruppen angewendet werden (Schule, Unternehmen, Migrant/inn/en, Berufsrückkehrer/innen etc.). Die Arbeit mit dem ProfilPASS kann dabei in Form einer Einzelberatung oder auch in Gruppenseminaren erfolgen.

Methodisches Vorgehen

Die Umsetzung des ProfilPASS-Beratungsprozesses orientiert sich grundsätzlich am Aufbau des ProfilPASS. In Abhängigkeit von Zielgruppen und einrichtungs-spezifischen Gegebenheiten kann das methodische Vorgehen in unterschiedlicher Gestalt zum Ausdruck kommen. Die Prozessschritte des ProfilPASS helfen bei der Gestaltung des Beratungsprozesses. Als Gestalter/innen und Expert/inn/en ihrer Biografie stehen die Nutzenden im Mittelpunkt des Prozesses.

Benennen

Die Nutzenden wichtige Orte und Zusammenhänge, in denen sie tätig waren oder noch sind. Ein ehrenamtliches Engagement kann dabei genauso wichtig sein wie die Erwerbstätigkeit oder ein Hobby. Mit unterschiedlichen Methoden, wie dem Erzählen von "Erfolgsgeschichten", dem Erstellen einer "Lebenscollage" oder dem "biografischen Arbeiten mit Fotografien", benennen die Nutzenden relevante Lernerfahrungen und Lebensstationen.

Beschreiben - Auf den Punkt Bringen - Bewerten

In den Schritten „Beschreiben“ und „Auf den Punkt bringen“ schauen sich die Nutzenden ihre Tätigkeiten genau an und arbeiten heraus, welche Kompetenzen sie genutzt und welche sie neu erworben haben. Da sich Kompetenzen aus dem Tun ableiten, ist es wichtig, das eigene Tun so detailliert und präzise wie möglich zu beschreiben. Bei der „Übersetzung“ des Tuns in Kompetenzen bringen die Nutzenden ihr Können auf den Punkt. Im Schritt „Bewerten“ schätzen die Nutzenden ihre Kompetenzen mithilfe einer dreistufigen Skala ein. Diese Zuordnung zeigt ihnen, wie selbstständig sie ihre Kompetenzen nutzen können.

Kompetenznachweis

Zertifizierte ProfilPASS-Berater/innen können ihren Klienten am Ende einer ProfilPASS-Beratung einen Kompetenznachweis ausstellen. Der Kompetenznachweis bescheinigt den Nutzenden, dass sie ihre Kompetenzen systematisch und mit professioneller Beratung ermittelt haben. Im Kontext von Bewerbungen können die Nutzenden diesen Nachweis ihren Unterlagen beifügen. Arbeitgeber erhalten auf diese Weise einen überzeugenden Eindruck des Kompetenzprofils ihrer Bewerber/innen. 

Druckvorlagen für den Kompetenznachweis (ProfilPASS und ProfilPASS für junge Menschen) können bei der Servicestelle ProfilPASS bestellt werden: Susanne Haferburg, haferburg@die-bonn.de

ProfilPASS-Philosophie

Das ProfilPASS-System basiert auf der Grundlage humanistischer Bildungsziele. Im Mittelpunkt der ProfilPASS-Beratung steht die gesamte Persönlichkeit des Menschen. Ausgehend von dem Ziel, eine individuelle Standortbestimmung vorzunehmen, werden alle Kompetenzen des Individuums in den Blick genommen. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Lebensbereich sie erworben wurden.

Ziel des ProfilPASS ist es, die Nutzenden für ihre individuellen Stärken und Interessen zu sensibilisieren und sie in die Lage zu versetzen, diese zu formulieren und selbstbewusst zu vertreten. Auf der Basis dieser Erkenntnisse unterstützt der ProfilPASS die Nutzenden darin, zukünftige Ziele abzuleiten und anzugehen. Die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Ermutigung zu Eigeninitiative und die Erhöhung des Verantwortungsbewusstseins erfolgen aus der ressourcenorientierten ProfilPASS-Beratung.

Seiner Philosophie entsprechend zeichnet sich der ProfilPASS durch folgende Merkmale aus:

Bildungsbereichsübergreifender Ansatz

Damit ein ganzheitliches Profil individueller Stärken entstehen kann, werden alle Lernorte und Lernformen gleichermaßen miteinbezogen.

Zielgruppenübergreifender Ansatz

Jeder kann den ProfilPASS nutzen. Im Rahmen der ProfilPASS-Beratung orientieren sich die Berater/innen didaktisch und methodisch an den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe.

Biografisch-systematischer Ansatz

Ansatzpunkt für die Kompetenzfeststellung mit dem ProfilPASS ist die individuelle Biografie der Nutzenden. Anhand einzelner Lebensabschnitte und dort ausgeübter Tätigkeiten werden Kompetenzen und Interessen systematisch ermittelt.

Entwicklungsorientierter Ansatz

Vor dem Hintergrund des Lebenslangen Lernens ist der Prozess der Kompetenzerfassung und -entwicklung zu keinem Zeitpunkt endgültig abgeschlossen. Der ProfilPASS ist für jeden Lebensabschnitt geeignet - die Dokumentation kann jederzeit wieder aufgenommen werden.

Erlernen von Selbstreflexion

Durch intensive Beschäftigung mit den wichtigen Lernorten und Lernformen in der eigenen Biografie werden Selbststeuerung und die Fähigkeit zur Selbstreflexion geschult. Die Nutzenden lernen, eigenverantwortlich zu handeln und sich auf die eigenen Stärken zu verlassen.

Ergebnisoffenheit

Die Ergebnisoffenheit des ProfilPASS steht im Gegensatz zu geschlossenen Verfahren. Diese beinhalten in der Regel Kompetenzanforderungen, die im Vorhinein formuliert und damit auf bestimmte Kompetenzen begrenzt sind. Beim ergebnisoffenen ProfilPASS können alle fachlichen und überfachlichen Kompetenzen zum Vorschein kommen.

Freiwilligkeit

Die Freiwilligkeit in der Bearbeitung des ProfilPASS ist eine wesentliche Grundlage für den Selbstreflexionsprozess. Die ProfilPASS-Nutzenden entscheiden zu jedem Zeitpunkt selbst, wem sie einen Einblick in ihre erarbeiteten Inhalte geben möchten.

Offenheit für Selbst- und Fremdevaluation

Im Fokus des ProfilPASS steht die Selbsterkundung der Nutzenden in Bezug auf die eigenen Kompetenzen. Darüber hinaus wird empfohlen, ihre Selbsteinschätzung durch Fremdeinschätzungen von anderen zu ergänzen.

Qualitätssicherung

Zur Qualitätssicherung des ProfilPASS trägt insbesondere ein System aus Grundqualifizierung und Re-Zertifizierung der Beratenden und Multiplikator/inn/en bei.